Förderkreis

 Förderkreis Stuttgarter Apfelsaft 

Bereits im Jahre 1988 untersuchte die Stadt Stuttgart die Streuobstwiesen am Birkacher Osthang mit dem Ergebnis, dass dringend ein neues Pflegekonzept erforderlich war und hochstämmige Obstbäume neu gepflanzt werden sollten.
Das Amt für Umweltschutz gründete ein Jahr später eine Projektgruppe zum Erhalt der Streuobstwiesen. Hierzu war ein Vermarktungskonzept erforderlich. Kein bestehendes Modell war auf Stuttgart übertragbar, es musste ein neues entwickelt werden und folgende Fragen waren zu klären: Welche Mosterei ist bereit, das Vermarktungsmodell zusammen mit dem Verein zu realisieren? Wie können die Streuobst-Erzeuger für das Projekt gewonnen werden? Welche Richtlinien müssen sie einhalten? Wer übernimmt Werbung, Gestaltung und Vermarktung? Was leistet das Amt für Umweltschutz?

Birkacher Obsterzeuger, der örtliche Obst- und Gartenbauverein und die Projektgruppe „Stuttgarter Apfelsaft“ erarbeiteten Antworten auf die Fragen und fanden in Birkach und Plieningen optimale Bedingungen vor. Beide Gemarkungen boten mit weitgehend zusammenhängenden Streuobstgebieten von zirka 56 Hektar beste Voraussetzungen für die erste Pressung des Stuttgarter Apfelsaftes. Für die Umsetzung konnte zuerst die Mosterei Breuning in Plieningen gewonnen werden, Ab 1992 übernahm dann die Uhlbacher Fruchtsaftkelterei Mayer die Versaftung des naturtrüben Stuttgarter Apfelsaftes.

Das Konzept: Als finanziellen Anreiz zum Auflesen des Obstes werden den „Gütlesbesitzern“ zusätzlich sechs Euro pro 100 Kilogramm Äpfel über dem Marktpreis gezahlt. Damit wurde der Verein Stuttgarter Apfelsaft Vorläufer der inzwischen überall in Baden-Württemberg verbreiteten Initiativen zur Aufpreisvermarktung. Es dürfen nur Äpfel von Hochstamm-Obstbäumen angeliefert werden, die nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger behandelt wurden. Die Wiesen sollen zur Offenhaltung der Landschaft und für den Biotopverbund nicht eingezäunt sein. Es soll nur zweimal im Jahr gemäht werden, die Bäume sollen einen regelmäßigen Schnitt erfahren und abgestorbene Bäume ersetzt werden.

   
  Doris Peppler-Kelka presst Apfelsaft mit Vaihinger Kindern  Der naturtrübe Stuttgarter Apfelsaft: ein Schluck Natur. 

Die ehemalige Handelskette NANZ gehörte zu den Abnehmern der ersten Stunde. Die vollen Verkaufsregale lockten im September 1990 mit dem ersten Jahrgang „Stuttgarter Apfelsaft“. Bereits Ende des Winters waren die abgefüllten 42.000 Liter verkauft – ein großartiger Start für das Naturprodukt, mit dem Foto einer blühenden städtischen Streuobstwiese in Birkach auf dem Etikett.

Der lokale Absatz wurde durch Berichte in Abend- und Landesschau, Zeitungen und Rundfunk, eine Ausstellung über Streuobstwiesen und ihre ökologische Bedeutung im Stuttgarter Rathaus sowie unzählige Probierstände gefördert. Der Naturschutzpreis Baden-Württemberg im Jahr 1992 war Lohn für den unermüdlichen Einsatz der Projektgruppe.

Der später aus ihr hervorgegangene „Förderkreis Stuttgarter Apfelsaft, Ökologischer Streuobstbau e.V.“ ist nunmehr seit vielen Jahren aktiv, fördert die Anpflanzung von Hochstämmen, führt Aktionen zum Schnitt und zur Pflege sowie Saftpressen mit Kindern durch. Das Amt für Umweltschutz und die Obstbauberatung sind Vereinsmitglieder und unterstützen und leisten ebenfalls ihren regelmäßigen Beitrag, unter anderem mit dem Sonderfonds Streuobst, mit Schnitt- und Pflanzkursen.

Die Kelterei Mayer Fruchtsäfte aus Stuttgart-Uhlbach und der Förderkreis Stuttgarter Apfelsaft arbeiten bereits seit 18 Jahren erfolgreich zusammen und betreuen den Verkaufsschlager gemeinsam. Seit seiner Markteinführung im Jahre 1990 erhält der naturreine Saft regelmäßig das Qualitätszeichen Baden-Württemberg. Das schwäbische Familienunternehmen keltert nun bereits in der dritten Generation. Verbundenheit mit der Region und Qualität gelten als die wichtigsten Pfeiler der Firmenphilosophie. Die Obstsaftexperten legen großen Wert auf Produktion aus natürlichen Rohstoffen ohne chemische Zusatzstoffe, Konservierungs- und künstliche Farbstoffe. Konsequent füllen sie ausschließlich in umweltfreundliche Glas-Mehrwegflaschen ab: so werden die hochwertigen Fruchtsäfte am besten geschützt. Glas gibt keine unerwünschten Stoffe ab, ist geruchlos und geschmacksneutral.

Was am Anfang nur eine Idee von Doris Peppler-Kelka war, erreicht mittlerweile bemerkenswerte Zahlen. Pro Jahr fließen rund 65.000 bis 150.000 Liter Streuobstsaft aus den Pressen der Fa. Mayer, der Absatz läuft und der Kundenstamm wächst seit 1991 stetig. BENZ-, Neukauf-, BONUS-Märkte, die Feinkost-Kette Omega-Sorg und viele kleinere Händler vertreiben den naturtrüben Stuttgarter Apfelsaft. Auch bei Veranstaltungen der Stadtverwaltung Stuttgart und in der lokalen Gastronomie wird das lokale Produkt ausgeschenkt.

Adresse Vorstand:
Martin Nebel • Wellingstr. 14 • 70619 Stuttgart

Der Vorstand besteht aus:

1. Vorstand:  Martin Nebel
2. Vorstand: Wolf-D. Paul
Kassier:  Elke Mayer
Schriftfühung: Jutta Geismar

Hier können Sie per Doppelklick die Satzung des Förderkreis Stuttgarter Apfelsaft  im PDF herunterladen bzw einsehen. 
Satzung Förderkreis Stuttgarter Apfelsaft